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Herzlich willkommen auf der Seite des Finower Wasserturms und der Messingwerksiedlung


Das Museum wird durch den Förderverein Finower Wasserturm und sein Umfeld e. V. betrieben. Unser Förderverein wurde 2003 gegründet und hat sich zum Ziel gesetzt, die mehr als 300 Jahre alte Industriegeschichte der Messingwerksiedlung zu bewahren und zu erhalten. Insbesondere setzen wir uns dafür ein, auch weiterhin den Finower Wasserturm der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Sie haben die Möglichkeit, zu den regelmäßigen Öffnungstagen sich das Innere des Turmes und die zahlreichen Ausstellungen anzuschauen. Gern laden wir Sie herzlich dazu ein, in einer Höhe von 44 m die gute Aussicht zu genießen. Ein besonderes Angebot sind die Führungen durch die Messingwerksiedlung. Dafür sollten Sie sich vorher anmelden, um einen Termin zu vereinbaren. Mindestanzahl für Führungen liegt bei 4 Personen.

Wasserturm Finow Lights      Der Wasserturm bei den Night of Lights 2020.


       Der Wasserturm im Querformat.

Spenden


Der Förderverein Finower Wasserturm und sein Umfeld e.V. ist ein gemeinnütziger Verein. Mit der Unterstützung durch öffentliche Förderungen, Stiftungsgelder, Fensterpatenschaften und Spenden war die Sanierung des Wasserturms in den Jahren 2004 - 2007 möglich. Wir setzen uns dafür ein, dieses kulturelle Erbe auch weiterhin zu erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Hierzu sind wir auf Unterstützung und ehrenamtliches Engagement angewiesen.  Wir freuen uns über Ihre Spenden an:

Finower Wasserturm und sein Umfeld e.V.
IBAN: DE66 1705 2000 3210 0347 28
Sparkasse Barnim

Herzlichen Dank

Aktuelles


Silvester am Wasserturm

wie bereits in den Vorjahren werden wir auch zu Silvester 2021 den Wasserturm zum Beschauen des Feuerwerks in Eberswalde, Finow, Finowfurt und Umgebung nach den 2G-Regeln öffnen. Von 23.30 bis 0.30 Uhr wird der Turm geöffnet sein.
Anmeldungen erbitten wir ab dem 30.09.2021 und weisen gleichzeitig darauf hin, dass die Zahl der teilnehmenden Besucher auf 30 begrenzt werden muss. Des Weiteren weisen wir darauf hin, dass wir ab 2021 die Eintrittspreise auf 5,- € pro Erwachsenen und 2,- € pro ermäßigte Person festgesetzt haben.

Anmeldungen bitte unter der Email-Adresse finower-wasserturm@gmx.de
oder unter Tel. 0172 92 61 761 (Herr Laffin)

Der Vorstand 


Tag des offenen Denkmals am Wasserturm

Der Tag des offenen Denkmals am Sonntag, dem 12.09.2021 gestaltete sich zu einer abwechslungsreichen Veranstaltung am Finower Wasserturm mit einem Konzert des Barnimer Duos "Prima", die den etwa 30 Besuchern ein interessantes Programm mit bekannten Liedern aus verschiedenen Zeiten des vergangenen Jahrhunderts, wie z.B. den Song "über den Wolken" von Reinhard Mey oder den "Mackie Messer- Song" aus der Drei-Groschen-Oper, aber auch mit eigenen Liedern vortrugen.
Hierzu können Sie einige Bilder davon sehen:

     
Das Duo Prima beim Konzert

Auch der nachmittäglichen Führung durch die Messingwerksiedlung und den Wasserturm hatte sich etwa 30 Interessenten angeschlossen.
Insgesamt konnte der Vorstand diesen Tag als erfolgreiches Ereignis am Wasserturm einschätzen.

Sommerfest im Garten der Hirsch-Villa

Am Sonntag, dem 05.09.2021 fand im Garten der Hirsch-Villa  das Sommerfest der Bürgerstiftung Barnim-Uckermark statt. Hier zeigen wir einige Fotos vom Fest:

             


Gartenkonzert am Tag des offenen Denkmals

Am Sonntag, dem 12 . 09.2021 ist Tag des offenen Denkmals auch in der Messingwerksiedlung. An diesem Tag findet von 10.30 Uhr bis etwa 13.00 Uhr am Wasserturm ein Gartenkonzert mit zwei Musikern statt. Wie im vergangenen Jahr nutzen wir das Dach des Eingangsgebäudes zum Turm als Bühne.  Veranstalter ist das Kulturamt der Stadt. Der Eintritt ist wie bei ähnlichen Veranstaltungen frei.

Wir bitten an diesem Tag um eine kleine Spende an den Förderverein Finower Wasserturm und sein Umfeld e.V.

Von 14 - 16 Uhr wird es dann eine Führung durch die Messingwerksiedlung geben, die unser Vorstandsmitglied K.-D. Laffin leiten wird.

Der Vorstand




Der neue Kalender für 2022 ist da!

Ab Samstag, dem 29.05.2021 ist er da - der Kalender für das Jahr 2022 unter dem Motto "Finow - einst und jetzt". Wieder wurde der Kalender entwickelt von K.-D. Laffin in Zusammenarbeit mit D. Schröter.  Ab sofort ist der Kalender erhältlich für 8,- € am Wasserturm und so sieht er aus:

Kalender 2022 Wasserturm            

Es sind noch einige Exemplare am Wasserturm erhältlich.



2. überarbeitete Auflage der Broschüre "100 Jahre Gemeinde Messingwerk"

Es gibt seit dem letzten offenen Tag des Wasserturms vor der Winterpause die 2. überarbeitete Fassung der Broschüre zu "100 Jahre Gemeinde Messingwerk". Der Preis beträgt wie vorher 5,- € Pro Stück im Wasserturm und 6,- € im Lottoshop in Finow.

Diese 2. überarbeitete Auflage ist ab 2021 auch im Wasserturm erhältlich.

100 Jahre Messingwerk





Der Finower Wasserturm


Er ist das Wahrzeichen des Finowtales und wurde 1917/18 zur Versorgung des industriellen Umfeldes durch die Hirsch, Kupfer- & Messingwerke AG erbaut.  Den Entwurf lieferte der Berliner Architekt PAUL MEBES (1872-1938), einer der führenden Wegbereiter des modernen Städtebaus. Baukünstlerisch fasziniert die beindruckende Formfindung. Der Turm ist architekturgeschichtlich weit überregional bedeutsam als eines der frühesten Beispiele des von gotischen Stilmotiven durchsetzten Backsteinexpressionismus in Deutschland.

Wasserturm Finow
Der Standort des Wasserturmes wurde so gewählt, dass das Spiegelbild im Wasserbecken, das sich im Garten der Villa Hirsch befand, eine beeindruckende Wirkung erzielte (Foto).

Die Bauausführung erfolgte durch die Eberswalder Firma Adolf Rapaport, die technischen Anlagen lieferte die Mannheimer Firma Bopp & Reuther. Nachdem der Besucher 261 Stufen hinter sich gelassen hat, ermöglicht ein Aussichtssteg in 44 m Höhe faszinierende Ausblicke in die Umgebung. Der Turm hat eine Gesamthöhe von 48,60 m. Der Wasserbehälter hatte ein Fassungsvermögen von 200 m³. Davon waren immer 50 m³ reserviert als Löschwasser zur Brandbekämpfung im Werk oder in der Messingwerksiedlung.

Das Neuwerk war geplant für einen Wasserverbrauch von 500 - 600 m³ pro Tag und brauchte einen annähernd gleichmäßigen Wasserdruck von etwa 3 - 3,5 bar.
Der Eberswalder Heimatforscher Rudolf Schmidt schrieb 1918 schwärmerisch:

„Wenn du hier oben stehst und den Blick so weit, so ungeheuer weit hinausschicken kannst in die märkisch Heide, dann muss es dich packen; wie unendlich schön bist du doch, du stilles märkisches Land mit deinen blauenden Seen und deinen grünen Wäldern.“



Zusendung von dem langjährigen Besucher - Turner Radecke

Der Wasserturm - angestrahlt  (Foto: Andreas Mroß)


Sanierung des Wasserturms

Der Finower Wasserturm wurde von 2004 bis 2011  in ingesamt 5 Etappen erneuert und saniert.  Neben Reparaturarbeiten wurden unter anderem ein neuer Aussichtsumgang und ein neues Eingangsgebäude errichtet sowie die Barrierefreiheit durch einen Einbau von Personenaufzug und Treppenlift hergestellt.  Die Gesamtkosten für die Sanierung- und Erneuerungsmaßnahmen beliefen sich auf 1.348.000 Euro.

Fensterpatenschaften


Alle 108 Fenster + 4 Souterrainfenster haben seit der Sanierung des Turmes einen Paten. Die Namen der Paten können Sie in den folgenden Ansichten finden.
Dass der Personenaufzug 2010 in die Planung gehen konnte, daran haben Sie, liebe Paten, einen großen Anteil. Der Aufzug und ein Treppenlift wurden 2011 eingebaut und in Betrieb genommen. Damit kommen einige Bürger durchaus einfacher in die Ausstellungsbereiche des Wasserturmes.

Vielen Dank, Ihr  Arnold Kuchenbecker (bis 2013 Vorsitzender des Fördervereins Finower Wasserturm und sein Umfeld e.V.)

Nordseite
Fensterpatenschaften Nordseite
Fensterpatenschaften Nordseite

Südseite

Fensterpatenschaften Südseite

Fensterpatenschaften Südseite

Ostseite
Fensterpatenschaften Ostseite

Fensterpatenschaften Ostseite

Westseite
Fensterpatenschaften Westseite
Fensterpatenschaften Westseite

Wasserturm im Querformat

Öffnungszeiten


Ausblick vom Wasserturm
An allen Wochenenden ab Ostern bis nach den Herbstferien am Sa, So und Feiertags von 10 - 17 Uhr. Freitag nach Voranmeldung!

Unser Wasserturm ist bis zum Museum im 2. Obergeschoss barrierefrei. Von dort sind es noch 40 gewendelte Stahlstufen bis in das Dachgeschoss, von wo Sie geradeaus auf den Umgang in 44 m Höhe gelangen.

Für die Öffnung des Wasserturms außerhalb der Wochenenden fragen Sie bitte bei Herrn Laffin unter Tel. 0172 9261 761 nach.

Führungen
Ausblicke vom Wasserturm oder eine Besichtigung der Laubhütte (Sukka) bzw. eine Führung durch die Messingwerksiedlung sind für Gruppen nach vorheriger Anmeldung auch außerhalb der Öffnungszeiten möglich. Anmeldungen richten Sie bitte an Herrn Laffin unter Tel. 03334-237846 bzw. 0172-9261761 oder per E-Mail an finower-wasserturm@gmx.de

Preise


Erwachsene 5,- €
Führungen:  10,- €
Für Kinder unter 6 Jahren ist der Eintritt frei.
Schüler, Studenten und Lehrlinge 2,- €
Führungen: 3,- €

Die Messingwerksiedlung


Zu den markantesten Kulturlandschaften der Region Berlin- Brandenburg gehört das Finowtal. Es kann als Wiege der brandenburg- preußischen Industrie bezeichnet werden. Seit Anfang des 17. Jahrhunderts entstand hier – im heutigen Stadtgebiet von Eberswalde – das erste „ industriell“ – gewerbliche Zentrum der Mark. Wie auf einer Perlenschnur sind die Industriesiedlungen, darunter das 1698 begonnene und am 01.07.1700 eröffnete Messingwerk, am Finowkanal aufgereiht.

Das Messingwerk und seine Siedlung können auf eine wechselvolle Geschichte zurückblicken. Nach der Gründung wurde es in den ersten Jahren verpachtet, z.B. an das Berliner Handelshaus Splittgerber und Daum von 1729 - 1785, bzw. administrativ verwaltet bis es 1863 zum Verkauf ausgeschrieben wurde. Die Brüder Josef und Gustav Hirsch, eine jüdische Familie aus Halberstadt mit Erfahrungen in einem Kupferwerk in Ilsenburg, erwarben das Werk.

Der neue Besitzer Gustav Hirsch übernahm 1863 die Leitung des Betriebes. Er trug dazu bei, dass die Werksiedlung erhalten und ausgebaut wurde. 1886 lässt sich Gustav Hirsch ein eingeschossiges Wohnhaus bauen, das 1916 im Auftrag von Siegmund Hirsch zu einer repräsentativen 2-geschossigen Villa umgebaut wurde. Die Planung des Umbaus lag in den Händen von Paul Mebes, der in den Jahren 1913 - 1920 für die Planung verschiedener Bauwerke in der Messingwerksiedlung verantwortlich zeichnete. (Wohnhäuser am Gustav-Hirsch-Platz, Wasserturm, Torbogenhaus und Neuwerk vom Messingwerk)

Die Mitarbeiterzahl der Messingwerke stieg bis 1907 auf 950. Die entstandene Wohnsiedlung blieb, obwohl nun viele Arbeiter von „außen” ins Werk kamen, der Mittelpunkt des Lebens der Stammbelegschaft.

Gustav Hirsch und später sein Neffe Aron sowie dessen Sohn Siegmund Hirsch trugen nicht nur Verantwortung für den Betrieb, sondern auch für die eigenständige Entwicklung der Gemeinde Messingwerk.

In den Jahren 1941 - 44 waren etwa 2400 Mitarbeiter und Angestellte im Werk beschäftigt. Nach 1945 wurde das Neuwerk vom Messingwerk als Reparationszahlung an die Sowjetunion abgebaut und nach Tula (60 km südlich von Moskau) transportiert. Dank eines Ingenieurs vom Messingwerk konnte es wieder weitgehend aufgebaut werden. Was dort produziert wurde und für wie lange Zeit, konnte bisher noch nicht ermittelt werden. Anstelle des Neuwerkes vom Messingwerk wurden in den 50-er Jahren des 20. Jahrhunderts auf den noch vorhandenen Fundamenten die Hallen des Walzwerkes Finow errichtet, in denen bis zur Insolvenz 2012 gearbeitet wurde.

In der Messingwerksiedlung steht eine deutschlandweit einmalige Musterhaus-Siedlung von Kupferhäusern. Insgesamt handelt es sich um 8 Einfamilienhäuser, von denen 7 Häuser 1931 hier aufgestellt worden sind. Entworfen wurden die Häuser von Robert Krafft  - ein Architekt und Frigyes (Friedrich) Förster - ein Bauingenieur. Das 8. Haus vom Typ K mit dem Namen "Sorgenfrei" wurde vom Architekturbüro Walter Gropius entworfen und 1932 hier aufgebaut.

Messingwerksiedlung Kupferhäuser

Hergestellt wurden diese Häuser im Neuwerk vom Messingwerk, dem damals, als es 1920 eingeweiht wurde, modernsten Messingwerk Europas. Walter Gropius wurde zeitweilig Abteilungsleiter Kupferhausbau im Messingwerk.

Die Häuser bestehen aus einem geätzten und profilierten Kupferblech als Außenhaut und einem dünnen, unterschiedlich profilierten Stahlblech als Innenwand, das verschieden farbig angestrichen wurde. Ausgesteift wurden die 10 - 12 cm dünnen Wände durch ein Holzgerüst. Zwischen Außen- und Innenwand befand sich eine mehrschichtige, luftdichte Dämmschicht aus  Textilfasern. Nach Untersuchungen des Münchener Forschungsheims für Wärmetechnik wird 1931 bestätigt, dass die Wandelemente den Wärmeschutz einer 220 cm starken Ziegelwand aufweisen.

Die für die Strom, Gas- und Wasserversorgung im Gebäude notwendigen Leitungen befanden sich bereits in den Wandelementen.

Wer sich weiter informieren will über die Kupferhäuser, kann dies tun mit der Broschüre "Heimatcontainer" von Friedrich von Borries und Jens-Uwe Fischer, erschienen in der Edition Suhrkamp, 2009. Eine weitere Möglichkeit der Information besteht im Erwerb der Broschüre "Der große Baukasten - Walter Gropius und die Kupferhäuser", herausgegeben 2019 vom Förderverein Finower Wasserturm und sein Umfeld e.V. im Eigenverlag (siehe auch: Druckerzeugnisse).

Judentum in der Messingwerksiedlung


Die Familie Hirsch war jüdisch – orthodox und die meisten Angestellten kamen aus religiösen Häusern. Gustav Hirsch hatte von Halberstadt den deutschen Minjan nach Messingwerk gebracht, ein beachtlicher Vorgang, wenn man bedenkt, dass im weiten Umkreis von Messingwerk polnischer Minjan herrschte. Deshalb ließ Gustav Hirsch eine Schul einrichten. Als Schul bezeichnet man oft die Synagoge, weil in diesen nicht nur gebetet, sondern vor allem auch gelernt wird. Als Vorbeter war seit 1870 Herr Pulvermann tätig. An den hohen Feiertagen sprach jedoch G. Hirsch selbst. Nach dem Tode Pulvermanns 1888 ruhte auch der Gottesdienst am Sabbat und Neumond in den Händen G. Hirschs.

Bevor aber Gustav Hirsch nach Messingwerk übersiedelte, gründete er zusammen mit seinem Schwager und zugleich Schwiegervater Esriel Hildesheimer die Reformgemeinde Adass Jisroel in Berlin. Am 9. September 1885 waren der Adass Jisroel vom preußischen König die Rechte einer Synagogen – Gemeinde und somit der Status einer Körperschaft des öffentlichen Rechts verliehen worden. Die Synagoge befand sich in der Artillerie Straße heutige Tucholsky Straße. In der Wittlicher Straße in Berlin – Weißensee kaufte Gustav Hirsch Land für den Gemeindefriedhof. Dort befinden sich auch die Gräber von Gustav und Lea Hirsch. Unterstützt von den Nachfahren ehemaliger Gemeindemitglieder, konnte der Friedhof nach 1990 wieder zugänglich gemacht werden. Es wurde auch eine neue Leichenhalle gebaut. 

Zur jüdischen Gemeinde Messingwerk gehörten die Fam. G. Hirsch, Fam. Calvary, Fam. Rosenblüth, Fam. Jeidel und Adolf Hirsch. Noch ohne Familie waren der spätere Firmenchef Aron Hirsch, Moses Hildesheimer, Wiener, Löwenberg, Katzenstein, Schwab, Spangenthal, Rothenberg und noch einige andere. Die angegebenen Familien und jungen Leute waren die Bewohner des sogen. großen Hauses, das alte königliche Hütten Amt.

Richard Lichtheim (schrieb um 1900):   „Ein Besuch bei Rosenblüths in Messingwerk“

Fam. Rosenblüth wohnte in dem 2 Stockwerke großen Fachwerkhaus. Ich übernachtete mit Felix und Martin Rosenblüth auf dem Dachboden. Wir standen früh auf und gingen eine Etage tiefer. Wir betraten einen großen Raum mit Schulbänken und Tischen. Davor war eine Erhöhung mit einem Schreibtisch, an der Wand ein Schrein. Ich habe begriffen, dass ich mich in einer Synagoge befand. Martin und Felix zogen Streifen aus einem Samtbeutelchen und wickelten diese um ihre Arme. Das waren Teffilins, magische Streifen die zum Morgengebet angelegt wurden. Vater Rosenblüth war beschäftigt mit dem Thora-Schrein und einige Angestellte der Firma waren auch präsent. In einem Raum war ein alter Kamin in einem Sabbat-Ofen umgewandelt worden. In diesem wurden die Mahlzeiten für den Sabbat warm gehalten. Ein Raum war für die jüdischen Lehrer, um allen Kindern die Thora und Gebete beizubringen. Die Jungs mussten auch Gemara lernen.

Felix Rosenblüth war Zionist. Er wurde Mitglied im ersten Kabinett in Israel und später Justizminister. Sein hebräischer Name war Pinchas Rosen.

1911 zog die Fam. Rosenblüth nach Berlin. Esther Calvary folgte 1912 ihrer Tochter nach Breslau. Mit dem Abschied der letzten um G. Hirsch tätigen jüdischen Familien vom Messingwerk, nahm eine bestimmte Kulturperiode ein Ende.

1917 bis 1924/25 organisierte der junge Siegmund Hirsch, unter der Leitung von S. Dyck und S. Weinberg ein Zentrum für Hachschara. Die jungen Chaluzim (Pioniere) wurden als Landwirte und Gärtner ausgebildet. Es waren überwiegend Ostjuden, aber auch Blau – Weiße (Westjuden) waren darunter. So spielte Messingwerk wieder eine bestimmte Rolle in der Zionistischen Bewegung.

Mit Aron und Siegmund Hirsch kamen auch neue jüdische Angestellte mit ihren Familien nach Messingwerk. Es waren darunter I. Mannheimer, G. Levy, M. Löwenstein, M. Tama, S. Dyck, S. Weinberg, M. Danziger, Adolf Hirsch, Leo Rosenfeld, Ludwig Vogelstein, David Karpfen, Margot Goldschmidt, Klopfer und Isidor Levin. I. Levin war Leiter vom Einkauf und bewohnte ein Kupferhaus.

Viktor Bach, im Handelshaus in Halberstadt seit 1912 tätig, geht 1927 nach Berlin. D er Reorganisations–Vorschlag für die Hirsch, Kupfer – und Messingwerke A.G. ist am 15. Juni 1932 von den stellv. Mitgliedern des Vorstandes Viktor Bach, Adolf Schulte, Benno Segall und Eugen Wallach unterzeichnet worden. V. Bach wird Generaldirektor von Hirsch- Kupfer und kommt fast täglich in Begleitung eines Herrn Samta von Berlin nach Messingwerk – Neuwerk.

Er war einer der führenden Zionisten in Deutschland. V. Bach emigriert mit seiner Familie 2 Wochen vor der Kristallnacht 1938 nach Holland und betrieb von dort Handel mit Kupfer für Messingwerk, in der Firma „Infinas“. Kurz vor der Invasion durch die Wehrmacht flüchtet V. Bach mit seiner Familie nach Palästina. In Israel übernahm V. Bach eine aktive Rolle im Wirtschaftsleben des Staates. Sein Sohn Gabriel Bach fungierte von 1961 – 1962, unter Justizminister Pinchas Rosen (Felix Rosenblüth), als einer der Ankläger im Prozess gegen Adolf Eichmann, wurde danach der Generalstaatsanwalt von Israel und später Richter am obersten Gericht von Israel.

Mit dem Niedergang des Hirsch – Konzerns während der Weltwirtschaftskrise, verließen die meisten jüdischen Angestellten Messingwerk. Ende 1929 wird der Lohnbuchhalter David Karpfen von Siegmund Hirsch, Berlin beauftragt, die Synagoge in Messingwerk aufzulösen. Die Einrichtungsgegenstände und Ritualien sind mit Einverständnis von Siegmund Hirsch im Februar 1930 der Synagoge Eberswalde zur Verfügung gestellt worden.

Im Dezember 1932 emigrierten Siegmund Hirsch und seine Frau Luise nach England.

Erhalten geblieben sind Symbole des Judentums im Fries an der Hirsch – Villa, in der Sukka (Laubhütte), im Mosaik und in der Bleiverglasung des Neuen Hütten Amtes (Torbogenhaus).  Bei einem Rundgang bzw. einer Führung durch die Messingwerksiedlung können Sie diese Dinge im Original bewundern.  Bei uns im Wasserturm können Sie die Broschüre "Das Judentum in der Messingwerksiedlung" mit überarbeitetem Text und vielen Bildern zum Preis von 5,- € erwerben.

Judentum Messingwerk

Unsere Druckerzeugnisse



Folgende Druckerzeugnisse können Sie am Wasserturm erwerben:
(Diese Druckerzeugnisse sind alle im Eigenverlag des Fördervereins Finower Wasserturm und sein Umfeld e.V. herausgegeben worden.)

Broschüre "100 Jahre Gemeinde Messingwerk"    5,- €  -  (ein umfassende Zusammenstellung der Geschichte des Messingwerks und der in der Siedlung befindlichen wichtigsten und denkmalgeschützten Gebäude)

100 Jahre Messingwerk

Broschüre "Das Judentum in der Messingwerksiedlung"   5,- €  (umfassende Darstellung des jüdischen Lebens in Messingwerk in den Jahren 1870 bis 1930, nach einem Text von A. Kuchenbecker, mit neuen Erkenntnissen und Interpretationen)


Broschüre "Straßennamen des Stadtteiles Finow von Eberswalde"   5,- €  (eine übersichtliche Kurzfassung der Geschichte von Finow und seiner Bestandteile sowie eine komplette Übersicht über ehemalige und die aktuellen Straßennamen)


Broschüre "Der große Baukasten - Walter Gropius und die Kupferhäuser"   5,- €  (die Dokumentation über die Kupferhäuser)



Broschüre  "Der Wasserturm in Finow - vom Reißbrett zum Regionalmuseum"   1,- €   (eine Übersicht über 100 Jahre Bestehen des Wasserturms und wie er entstand sowie was aus ihm im Laufe der Jahre geworden ist)

Diese Broschüren können Sie auch bei uns bestellen und sich zuschicken lassen.  Dazu sollten Sie aber eine Postadresse angeben und ein kleine Spende dafür an den Verein überweisen.
(Die IBAN dazu finden Sie auf der Seite "Über uns")

Datenschutz


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Datenschutz im Förderverein Finower Wasserturm und sein Umfeld e.V.
Wir möchten darüber informieren, wie wir mit den personenbezogenen Daten umgehen und welche Maßnahmen wir zum Schutz der Daten ergreifen.

Folgende Daten wurden mit dem Aufnahmeantrag freiwillig abgegeben:
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Der Vereinsvorstand weist darauf hin, dass ausreichende Maßnahmen zur Gewährleistung des Datenschutzes getroffen wurden. Die erfassten Daten eines Mitglieds werden nur vereinsintern genutzt, besonders für die Verwaltung und Verwendung der Mitgliederlisten oder zur Übersendung von vereinsinternen Information per E-Mail oder postalisch. Eine Weitergabe an Dritte oder außerhalb des Vereinswesens ist ausgeschlossen. Jedes Vereinsmitglied trifft die Entscheidung zur Veröffentlichung von Informationen und Bilder auf der Vereinsseite im Internet freiwillig und kann seine Einwilligung gegenüber dem Vereinsvorstand jederzeit widerrufen.

Der Vorstand

Impressum


Gewerblich genutzte Internetseiten müssen in Deutschland laut §5 Telemediengesetz und §55 Rundfunk-Staatsvertrag ein Impressum haben.

Name und Anschrift:  Förderverein FinowerWasserturm und sein Umfeld e.V., Am Wasserturm 2, 16227 Eberswalde

Telefon: 03334-389442
E-Mail-Adresse: finower-wasserturm@gmx.de
Geschäftsführer/ Vorstände :  Vorsitzender Heiko Schult, Kopernikusring 36, 16227 Eberswalde, Tel.: 0162-6407132

Vorstandsmitglieder: Marko Blankenburg, Martin Appel, Karl-Dietrich Laffin

Firmensitz/ Registergericht: Am Wasserturm 2, 16227 Eberswalde
Registernummer:  VR 2375 FF
Umsatzsteuer-Identifikationsnummer: --
Inhaltlich verantwortlich:  Karl-Dietrich Laffin, finanzverantwortliches Vorstandsmitglied  Wildparkstraße 7, 16225 Eberswalde, Tel. 03334-237846

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Kontakt

Förderverein Finower Wasserturm u. sein Umfeld e. V.
Heiko Schult (Vorsitzender)
Kopernikusring 36
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finower-wasserturm@gmx.de




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360° - Finower Wasserturm

VR-Easy presents the 360° tour: Finower Wasserturm

Play '360° - Finower Wasserturm

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Vor dem Turm
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Gustav-Hirsch-Platz
Villa Hirsch

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